Am vergangenen Wochenende fanden in Erkelenz die diesjährigen Bezirksmeisterschaften der Erwachsenen statt. Am Samstag starteten für Blau-Weiß in der Senioren-40-Konkurrenz René „Knut“ Holz und Christoph Karas. Beide zählten zu den Mitfavoriten auf die Podestplätze und wollten sich zumindest für die Westdeutschen Meisterschaften qualifizieren.
Knut war insgesamt an Position 2 gesetzt, wurde der Favoritenrolle in seiner Gruppe auch gerecht und gewann gegen André Skott (TTV Einigkeit Süchteln-Vorst), Carsten Lindner (TuS 08 Rheinberg) und Thomas Hohn (TuS 08 Lintorf) letztlich souverän. Damit war der Viertelfinaleinzug und die damit verbundene Nominierung für die Westdeutschen schonmal in trockenen Tüchern. Zu mehr reichte es allerdings später nicht. Im „ewigen Duell“ gegen Frank Picken vom TV Erkelenz – beide standen sich bei Meisterschaftsspielen, Ranglisten und Turnieren gefühlt schon hundert Mal gegenüber – kam Knut diesmal nicht an seine Bestform heran und zog relativ deutlich mit 1:3 den Kürzeren.

Christoph hatte es in seiner Gruppe mit Sven Dobisch (Kempener LC) und Michael Volkmann (TTV Hamborn) zu tun. Nach einem sicheren Sieg über Dobisch tat er sich gegen Volkmann deutlich schwerer und hatte letztlich in der Verlängerung des fünften Durchgangs das Nachsehen, sodass er als Gruppenzweiter nicht nur zunächst eine Achtelfinalpartie bestreiten musste, sondern in dieser auch auf den an Position 4 gesetzen Wolfgang Gerth (GW Wesel-Flüren) traf. Dort bestätigte sich leider der bisherige Saisontrend, dass Christoph die knappen Sätze nur selten für sich entscheiden kann. So spielte er in allen drei Sätzen gut mit, ohne jedoch auch nur einen zu gewinnen. Trotz des etwas enttäuschenden Ausscheidens wird auch Christoph aufgrund seines hohen TTR-Wertes bei den Westdeutschen Meisterschaften starten, sodass dort ein Blau-Weißes Doppel vertreten sein wird.

Die Probe hierfür verlief am Samstag ebenfalls recht erfolgreich. Nach deutlichen Erfolgen über Bas/Lindner sowie Böhnisch/Gerth zogen beide ins Endspiel ein, wo sich Guido Schmitz / Frank Picken allerdings als zu stark erwiesen.

Am Sonntag stand dann die Herren-Konkurrenz auf dem Programm. Hier waren neben Knut und Christoph noch Marcel Krämer, Michael Schüller und Janos Pigerl und somit insgesamt gleich fünf Blau-Weiße vertreten.
Marcel und Michael hatten im Vorfeld eine recht schwere Auslosung zu befürchten, welche sich leider auch bestätigte. Marcel traf in einer sehr ausgeglichenen Gruppe auf Andreas Konzer (ASV Süchteln, Regionalliga), Cedric Görtz (TTV Rees-Groin, NRW-Liga) und Thomas Otto (TTG Langenfeld, NRW-Liga). Nach sehr holprigem Start gegen Konzer (0:3) fand er gegen Görtz und Otto besser zu seinem Spiel, konnte aber gleich in mehreren Durchgängen eigene Satzbälle nicht verwerten und unterlag folglich zu deutlich mit 0:3 bzw. 1:3.

Michael traf zu Beginn auf den Dauerbrenner Frank Picken (TV Erkelenz, NRW-Liga), gegen den er im Laufe der Partie zwar besser zu seinem Spiel fand, den vierten Durchgang und somit das Spiel aber leider knapp verlor. Auch danach spielte er gegen Gruppenkopf Karl Walter (SV Union Velbert, 3. Liga) sehr gut mit, konnte sich aber nur mit einem Satzgewinn belohnen, sodass es im letzten Gruppenspiel gegen Chistoph Brielmann (SC Bayer 05 Uerdingen, Verbandsliga) im nichts mehr ging. Folglich fehlte hier auch etwas die Konzentration, sonst wäre definitiv mehr als nur ein 0:3 möglich gewesen.

Knut hatte in einer Gruppe mit Sebastian Mighali (Solingen Blades, Bezirksliga), Lars Kuger (TTC Union Düsseldorf, Verbandsliga) und Carsten Franken (TTV Rees-Groin, NRW-Liga) zumindest das Weiterkommen fest im Visier. Dies stellte auch keine allzu hohe Hürde dar. Gegen Mighali (3:0) und Kuger (3:1) gewann er seine Auftaktpartien sicher und hatte somit im letzten Spiel sogar noch Chancen auf den Gruppensieg. Dieser blieb ihm aber nach einigen ausgelassenen Chancen und einer zumindest in dieser Deutlichkeit nicht notwendigen 0:3-Niederlage gegen Angstgegner Franken verwehrt.
In der ersten Hauptrunde wartete mit Björn Bode (SC Bayer 05 Uerdingen, Oberliga) ein gänzlich neuer Gegner, gegen den sich Knut durchaus Hoffnungen auf den Achtelfinaleinzug machen durfte. Leider mangelte es – wie bisher noch zu häufig in dieser Saison – an der Rückschlag-Qualität, sodass Bode oft mit seiner starken Vorhand punktete. Auch von einer vergebenen 6:0-Führung im dritten Satz ließ sich der Uerdinger nicht beirren, profitierte im vierten Durchgang allerdings auch von einigen Nassen und beendete Knuts „Träume“ von den Westdeutschen Meisterschaften.

Janos ging erstmalig als Gruppenkopf in die Bezirksmeisterschaften und rechnete sich bei guter Form durchaus realistische Chancen auf die erneute Qualifkation für die Westdeutschen aus.
Doch schon in den ersten Gruppenspielen deutete sich an, dass es um die Tagesform nicht allzu gut bestellt war. Gegen Sebastian Leib (TTC Union Düsseldorf, Verbandsliga) und Felix-Eric Schlüter (SSV Germania Wuppertal, Landesliga) tat sich Janos überraschend schwer, konnte aber beide Partien mit 3:1 bzw. 3:2 für sich entscheiden, sodass es im letzten Gruppenspiel gegen Björn Bode noch um den Gruppensieg ging. Hier zeigte sich jedoch, dass die aktuelle Form für solche Aufgaben nicht ausreicht. Trotz eines deutlichen 3:0-Sieges kurz nach seiner Umstellung auf lange Noppen und einer – zumindest auf dem Papier – seitherigen Leistungssteigerung war Janos sowohl in der Abwehr als auch im Angriff über weite Strecken zu unsicher und beim 1:3 letztlich chancenlos.
Somit drohte als Gruppenzweiter ein schweres Hauptrundenlos. Dies trat mit Marcus Poll (Post SV Oberhausen, Landesliga) zwar nominell nur bedingt ein, doch tat sich Janos gegen Poll schon in der Vergangenheit immer sehr schwer und ging somit etwas skeptisch in die Partie. Dort fand er – wie zur Zeit fast immer – nur langsam zu seinem Spiel und verlor den ersten Satz deutlich. Ab Mitte des Zweiten Durchgangs begann er zwar, das Match zu diktieren und erspielte sich eine 10:8-Führung, vergab jedoch beide Satzbälle und sah sich zwei Punkte später einem 0:2-Satzrückstand gegenüber. Wie schon in den letzten Wochen deutete sich auch hier in der Folge aber eine Wende an. Der dritte Satz ging deutlich an Janos und auch im Vierten standen die Zeichen bei 8:3 klar auf Satzausgleich, doch durch fehlende taktische Cleverness und Konsequenz sowie abermals einen vergebenen Satzball kippte auch dieser Durchgang, sodass Janos letztlich mit 1:3 die Segel streichen musste.
Durch die zahlreichen vergebenen Chancen und das Gefühl, dass er die Partie ab Satz 2 eigentlich größtenteils bestimmt hat, ist diese Niederlage gleichermaßen unnötig und bitter, da der Achtelfinaleinzug aufgrund seines hohen TTR-Wertes wohl die sichere Qualifikation für die Westdeutschen Meisterschaften bedeutet hätte. Diese wäre mit der aktuellen Form aber auch schlichtweg nicht verdient.

Christoph war in seiner Gruppe an Position 2 gesetzt und somit auch ein Kandidat für den Einzug in die KO-Runde. Im Auftaktmatch gegen Arja Housseini (SC Bayer 05 Uerdingen, Verbandsliga) unterstrich er diese Ambitionen eindrucksvoll und siegte sicher mit 3:0. Wer erwartet hatte, dass folglich auch das Spiel gegen den am schwächsten eingestuften Spieler der Gruppe kein Problem darstellen sollte, sah sich allerdings mächtig getäuscht. Youngster Louis Rohrsen (Borussia Düsseldorf, Landesliga) gewann die ersten beiden Durchgänge mit 11:9 und war beim Stand von 10:6 im Vierten schon beinahe am Ziel. Ob sich hier letztlich Christophs Routine, Rohrsens fehlende Erfahrung oder irgendetwas Anderes bemerkbar machte, ist schwer zu sagen, aber Christoph wehrte alle Matchbälle ab, schaffte den Satzausgleich und gewann schließlich auch das Match. Beflügelt von dieser Aufholjagd und dem sicheren Einzug in die Hauptrunde lief er im letzten Gruppenspiel zu absoluter Hochform auf und ließ dem deutlich favorisierten Marvin Dietz (SV Union Velbert, Oberliga) in vier Sätzen kaum eine Chance.
Somit hatte er nicht nur den Gruppensieg, sonderndurch Dietz´ gute Setzung auch den Platz im Achtelfinale in der Tasche. Hier wartete mit Björn Bode derjenige, der zuvor schon Janos und Knut in die Schranken gewiesen hat und diese Serie gerne ausbauen wollte. Doch Christoph hatte mit den Aufschlägen des Uerdingers weitaus weniger Probleme als seine Mannschaftskollegen, kam dadurch deutlich besser in die Ballwechsel und schaffte es immer wieder, Bode auf seiner schwächeren Rückhand anzuspielen. Dies gepaart mit einigen kursiosen Punktgewinnen in den Endphasen der Sätze 1 und 2 führte dazu, dass sein Gegenüber immer entnervter wurde und auch mehr leichte Fehler machte als zuvor. Christoph nahm dies dankend an und sicherte sich mit einem überraschend souveränen 3:0 den Viertelfinaleinzug und das Ticket für die Westdeutschen.
In der Runde der letzten 8 wartete mit Daniel Halcour (ASV Süchteln, Regionalliga) der Topfavorit des Turniers. Dass dieser wohl selbst in Topform nicht zu bezwingen sein dürfte, linderte Christophs Spiellaune jedoch keineswegs, sodass er den ersten Durchgang ausgeglichen gestaltete und am Satzgewinn schnupperte. Dann aber ärgerte sich Christoph allzu sehr (und durchaus verständlicherweise) über die (eigenmächtige und) zumindest fragwürdige Entscheidung Halcours, den Punkt zum 10:9 für Christoph aufgrund eines vermeintlichen Stoppballs zu wiederholen. Damit kam ein deutlicher Bruch in sein Spiel, das in der Folge klar an den Favoriten ging. Trotz des kurzen Unmuts über die Situation war Christoph mit dem Ergebnis und seiner Leistung natürlich vollauf zufrieden und kann diesen Schub hoffentlich auch in die nächsten Meisterschaftsspiele transportieren.

In den Doppeln bestätigte sich leider der Eindruck der bisherigen Saison, dass diese Disziplin für uns wenig Gutes verheißt.
Michael verlor an der Seite von Vincent Kepser (WRW Kleve) gegen Coenen/Skott und Knut/Janos fanden gegen Walter/Otto kein Konzept. Einzig Christoph und Marcel spielten über weite Strecken gut mit, waren gegen die deutlich favorisierten Buschhausener Milchin/Potthoff jedoch letztlich ohne Siegchance.

Ein übergreifendes Fazit ist nach den sehr unterschiedlichen Ergebnissen und Leistungen sehr schwer zu formulieren, jedoch stellen die drei Qualifikationen für die Westdeutschen Meisterschaften definitiv ein erfreuliches Resultat dar. Insbesondere Christoph, der sich in der Senioren-Klasse als äußerst gutes Pferd erwies und mit nur einem Einzelsieg das Ticket löste, um dann am nächsten Tag zu Hochform aufzulaufen, kann mit dem Wochenende auf jeden Fall zufrieden sein!