Am vergangenen Wochenende stand parallel zu den Stadtmeisterschaften für zwei Blau-Weiße noch ein weiteres Highlight auf dem Programm – Knut und Christoph starteten in der Senioren-40-Konkurrenz bei den Westdeutschen Seniorenmeisterschaften.

Beide waren dabei auch als Gruppenköpfe gesetzt, wobei die Ausgangssituation dennoch etwas unterschiedlich zu bewerten war. Knut präsentierte sich in letzter Zeit in guter Form und schielte als Nummer 4 der Setzliste auf einen Podestplatz. Christoph hatte im Laufe der Hinserie etwas mit seiner Form zu kämpfen und zudem mit dem Spitzenspieler des NRW-Ligisten TV Erkelenz Frank Picken einen sehr starken Gruppengegner, sodass eine Prognose bei ihm sehr schwer fiel.

Nach der Gruppenphase dann verkehrte Welt: Während sich Christoph mit zwei knappen Erfolgen gegen Uwe Klein (SC SW Friesheim) und Christian Schroer (TTV Preußen 47 Lünen) ins Turnier gekämpft und auch im letzten Gruppenspiel gegen Picken die Oberhand behalten hat, haderte Knut mit sich und dem neuen Plastikball – damit war er beileibe nicht der einzige – und musste sich nach einem klaren Auftaktsieg gegen Frank Malmwieck (TTC Werne 98) im zweiten Gruppenspiel Michael Koch (SV Menne) geschlagen geben. Da der vierte Spieler der Gruppe fehlte, qualifizierte er sich dadurch trotzdem für´s Hauptfeld, hatte seine gute Setzung aber leider verloren.
So traf er in der ersten KO-Runde auf Maurice Mann (FC Schalke 04), der als Nummer 5 der Setzliste aber ebenfalls ein Gruppenspiel verloren hatte und im letzten direkten Duell der beiden ziemlich chancenlos war. Doch an diesem Tag lief es einfach nicht rund. Knut kämpfte sich zwar in die Partie, gewann den zweiten Satz in der Verlängerung und zeigte ein durchaus gutes Match, hatte in den Sätzen 3 und 4 aber letztlich knapp das Nachsehen und unterlag mit 1:3.

Besser lief es bei Christoph. Nach einem Freilos in Runde 1 wartete im Achtelfinale Ralf Janßen von unserem Ligakonkurrenten TTC Mödrath. Der „Monsterblocker“, bei den letzten Deutschen Meisterschaften immerhin Achtelfinalist, lieferte Christoph einen heißen Kampf mit vielen schönen Ballwechseln, den unser „Leftie“ letztlich mit 3:2 für sich entschied und sich so für das Viertelfinale am Sonntag qualifizierte.

Im Doppel starteten die beiden als Mitfavoriten ins Turnier und wurden dieser Rolle in der ersten Runde auch gerecht. Gegen Thomas Altrogge/Jürgen Poppenborg (DJK SSG Paderborn/TV Einigkeit Langenberg) ließen sie den dritten Satz zwar etwas schleifen, feierten aber einen letztlich sicheren Viersatzerfolg und trafen dadurch im Viertelfinale auf Carsten Fengler/Andre Blies (SC BW Ottmarsbocholt/VfB Kirchhellen). Auch diese Partie war sportlich kein Spektakel – nach drei Sätzen stand der Halbfinaleinzug der Blau-Weißen fest. Für Diskussionen sorgte nach dem Spiel eher die Auseinandersetzung von Fengler mit dem Oberschiedsrichter, infolgedessen der Spieler sogar disqualifiziert wurde.
Da die Doppel-Halbfinals ebenfalls erst am Sonntag ausgetragen wurden, war ein sehr intensiver Tischtennis-Tag somit beendet.

Nach insbesondere für Knut kurzen Nacht und 180 Kilometern bei starkem Schneefall trafen die beiden am Finaltag am das topgesetzte Duo Marcel Sitran/Marco Vester (TTG RG Porz/TTC DJK Hennef). Gegen die späteren Sieger fanden unsere Jungs leider nicht das richtige Mittel und unterlagen nach drei knappen Sätzen.
So konnte sich Christoph – eine sichere Bronzemedaille in der Tasche – immerhin voll auf sein Einzel fokussieren.
Sein Viertelfinalgegner Dinesh Rao (TSV Krefeld-Bockum), der zuvor den favorisierten Marco Vester aus dem Turnier gekegelt hatte, schien eine schwere, aber keine unlösbare Aufgabe zu sein. So entwickelte sich von Beginn an eine völlig ausgeglichene Partie, in der Christoph zunächst die besseren Nerven hatte. Er entschied die ersten beiden Sätze in der Verlängerung für sich und war im dritten Satz kurz vor dem Sieg, nach einem 13:15 und einem 7:11 in Satz 4 ging das Match verdienstermaßen doch noch in einen Entscheidungssatz. Auch dieser entwickelte sich zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Aus einem 6:8 macht Christoph nach einer Auszeit ein 10:8, vergab jedoch beide Matchball und musste seinem Gegenüber am Ende mit 12:14 gratulieren – bitter!
Dennoch kann er mit seiner Leistung natürlich völlig zufrieden sein und hat durch den Viertelfinaleinzug sogar noch Chancen auf einen Startplatz bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften!

Alles in allem fallen die Resümees über das Wochenende bei beiden mit Sicherheit sehr unterschiedlich aus. Während Christoph einen tollen Erfolg feierte, kann sich Knut mit der Doppelmedaille vielleicht ein wenig über das Einzelergebnis und die Fahrerei hinwegtrösten.