Die Ausgangssituation war vor dem Auswärtsspiel bei den TTF Elsdorf alles andere als rosig. Nicht nur Christophs Einsatz war aufgrund einer Zerrung fraglich, auch Ken hatte unter der Woche mit Rückenproblemen zu kämpfen und meldete sich letztlich auch nicht fit. Als Ersatz kam Kevin zu seinem Verbandsliga-Debüt. Bei den Gastgebern stand Edeljoker Jürgen Pesch zwar erwartungsgemäß nicht am Tisch, dennoch gingen sie mit einer guten Aufstellung ins Rennen, sodass wir eine völlig ausgeglichene Partie erwarteten.

Wahrscheinlich gingen wir dem entsprechend auch etwas konzentrierter und motivierter zu Werke als in einigen Spielen zuvor. So ging unser Plan in den Doppeln zunächst auf. Knut/Kevin waren gegen das Elsdorfer Spitzendoppel Stoll/Karmainski zwar chancenlos, doch Janos/Christoph kämpften sich gegen Akar/Steven durch und David/Marcel ließen gegen Krome/Bley nichts anbrennen – 2:1.

Oben dann schon die ersten Big Points für uns. Knut zeigte gegen Akar eine bärenstarke Vorstellung und brachte den Elsdorfer Spitzenspieler mit teils irrwitzigen Rückhandblocks zur Verzweiflung. Am Nebentisch kämpfte Janos zwar phasenweise weiterhin mit seiner Fehlerquote auf der Vorhand, kämpfte sich gegen Stoll dank einer erheblichen Leistungssteigerung im Vergleich zu den Auftritten gegen Oberdrees und Hürth jedoch letztlich in fünf Sätzen durch. Auch David schien gegen das variable Abwehrspiel des ehemaligen deutschen Seniorenmeisters Karmainski in den Sätzen 1 und 4 das passende Rezept gefunden zu haben, kam im Entscheidungssatz jedoch nicht mehr richtig zum Zug und unterlag. Christoph agierte aufgrund seiner Verletzung zwar etwas verhalten, dosierte sein Spiel aber gut und ließ Krome kaum eine Chance und auch Kevin zeigte parallel gegen den Elsdorfer Youngster Bley eine starke Leistung. Auch von dem nach 5:1-Führung noch verlorenem ersten Durchgang ließ er sich nicht aus der Rue bringen und siegte sicher in 4 – 6:2!

Im Anschluss dann jedoch die nächste Hiobsbotschaft: Marcel quälte sich gegen Steven zwar durch die ersten drei Sätze, musste die Partie am Anfang des vierten Satzes aufgrund von Kreislaufproblemen aufgeben. Dies hätte durchaus einen Wendepunkt darstellen können, da beide Partien im oberen Paarkreuz auf des Messers Schneide waren. Knut geriet gegen Stoll zwei Mal in Rückstand, kämpfte sich jedoch in den Entscheidungssatz und nutzte nach 10:4-Führung seinen fünften Matchball. Auch der Verlauf bei Janos´ Spiel gegen Akar war durchaus kurios. 15:13 nach Abwehr von mehreren Satzbällen im ersten Durchgang, dann nach gefühlt einer halben Minute 2:10 im zweiten. Ein paar verrückte Bälle auf der einen und Unkonzentriertheiten des Gegners auf der anderen Seite später stand es 10:10 und die 2:0-Satzführung war zum Greifen nah. Doch der Satz ging mit 11:13 verloren und das Spiel war wieder ausgeglichen. Im dritten und vierten Satz hatte jeweils abwechselnd einer der Akteure einen ganz guten Lauf, sodass es auch hier in den Entscheidungssatz ging. Dieser begann bei drei tödlichen Nassen in den ersten fünf Ballwechseln aus Janos´ Sicht recht unglücklich, nach 4:6-Rückstand kam er jedoch mit der Vorhand immer besser ins Spiel, behielt mit 11:6 die Oberhand und stelle auf 8:3. Parallel dazu begann Christoph sein vermeintliches Handicap immer mehr lieben zu lernen. Gegen die rotationsreichen Abwehrbälle von Karmainski versuchte er nicht – wie es ansonsten eventuell der Fall gewesen wäre – ständig nachzuziehen, sondern nahm immer wieder das Tempo aus dem Spiel, variierte die Platzierung seiner Topspins clever und ließ letztlich wenig anbrennen. So stand nach knapp drei Stunden ein in dieser Höhe völlig unerwarteter 9:3-Auswärtssieg fest. Neben einem Sonderlob für Kevin bleibt dabei die Erkenntnis hängen, dass wir uns vielleicht häufiger vor dem Spiel ins Hemd machen sollten, um dann von Beginn an wach zu sein!

In zwei Wochen können wir uns gegen den Tabellendritten TTF Kreuzau einen 7-Punkte-Vorsprung erarbeiten, welcher wohl gleichbedeutend mit der sicheren Relegationsteilnahme wäre. Trotz der guten Erfahrung von Samstag hoffen wir natürlich darauf, dass unsere Invaliden dann wieder am Start sind!