Trotz des knappen Hinspielerfolgs waren die Vorzeichen für das Spiel gegen den TuS Rheydt-Wetschewell alles andere als rosig. Denn die Gäste liefen erst zum zweiten Mal in der Rückserie mit dem ungarischen Spitzenspieler Bela Frank auf, der im bisherigen Saisonverlauf nur dem Königshofer Chinesen Zang gratulieren musste. Zudem feierte auch Altmeister Ernst-Willi Jennessen ein mehrwöchiger Pause sein Comeback im unteren Paarkreuz. Einzig das Fehlen der etatmäßigen Nummer 6 Graßkamp ließ Hoffnung auf einen möglichen Punktgewinn aufkeimen.

Der Start verlief dabei recht vielversprechend. Michael und Daniel waren gegen das obere Paarkreuz der Gäste zwar chancenlos, doch Viersatzsiege von Speedy/Carsten (gegen Wolters/Holzinger) und Sascha/Norbert (gegen Schmitter/Jennessen) sorgten für eine 2:1-Führung. Speedy besorgte mit einem knappen 3:1 über Bolewski das 3:1, wohingegen Michael gegen Frank erwartungsgemäßg chancenlos war. Da auch Daniel gegen das starke Block- und Konterspiel von Wolters kein Rezept fand, war die Partie bei 3:3 wieder ausgeglichen. In dieser Phase drohte die Partie zugunsten der Gäste zu kippen. Denn während Sascha gegen Ersatzmann Holzinger auf 4:3 stellte, zogen sowohl Carsten (gegen Schmitter) als auch Norbert, der für den verhinderten Cammi spielte, gegen Jenessen im Entscheidungssatz den Kürzeren. Da Speedy gegen Frank zwar ein sehr gutes Match mit teilweise spektakulären Ballwechseln zeigte, letztlich aber auch ohne echte Siegchance war, stand das Team beim Stand von 4:6 schon mit dem Rücken zur Wand. Im Anschluss dann abermals zwei völlig ausgeglichene Partien. Michael ging gegen Bolewski nach 0:1 mit 2:1 in Führung, musste aber ebenso den Satzausgleich hinnehmen wie Carsten, der Wolters bei 2:1 und 8:4 gefühlt schon im Sack hatte. Bei einer Fünfsatzbilanz von 1:6 ist das Selbstvertrauen in den entscheidenden Phasen natürlich eher überschaubar, sodass Carsten auch trotz eines guten Starts in den Fünften mit 7:11 unterlag. Da Michael gegen Bolewski ebenfalls mit 11:7 gewann, schien zumindest ein Remis im Bereich des Möglichen zu liegen. Diese Hoffnung wurde durch Daniels starken Auftritt gegen Schmitter (3:0) genährt und da Sascha gegen Jennessen ab Satz 2 deutlich cleverer agierte und den Abwehrer so letztlich gut im Griff hatte, ging es beim Stand von 7:7 in die letzten beiden Matches. Die Tendenz an beiden Tischen war klar: Während die Favoritenrolle im Schlussdoppel klar auf Seiten der Gästen lag, sollte Norbert gegen Holzinger zumindest das Rems sicher einfahren. Doch es kam anders: Speedy und Carsten sicherten sich den ersten Durchgang gegen Frank/Bolewski, Norbert hingegen hatte mit seiner – zugegebenermaßen äußerst undankbaren – Rolle sichtlich zu kämpfen und geriet mit 0:1 in Rückstand. Ab Satz agierte der jedoch zunehmend sicherer, nutzte die leichten Fehler seines Kontrahenten besser aus und sorgte in vier Sätzen letztlich souverän für das 8:7. Am Nebentisch hatten Speedy und Carsten zwischenzeitlich sogar das 2:0 auf dem Schläger, gingen durch ein 11:6 in Satz 3 erneut in Führung und hatten auch in Satz 4 den besseren Start. Doch die Gäste legten eine Serie hin, machten keine Fehler mehr und erzwangen den Entscheidungssatz. Hier wuchsen die beiden Blau-Weißen nochmal über sich hinaus. Carsten zerstörte insbesondere mit seinen „Slice“-Bällen immer wieder den Rhythmus der Gegner, Speedy blockte gewohnt gut und nutzte mit der Vorhand nahezu jede Gelegenheit zu punkten. So stand es nach über drei Stunden Spielzeit tatsächlich 9:7 – der gerade nach dem Spielverlauf völlig unverhoffte Heimsieg war perfekt und die Stimmung natürlich dem entsprechend gut.

Ein besonderes Lob geht dabei an Speedy und Carsten. Während sich unser Linkshänder noch vor Wochen ziemlich unmotiviert präsentierte und keine rechte Lust mehr zu haben schien, hat er sich die Worte seiner Mannschaftskollegen absolut zu Herzen genommen war in den letzten beiden Partien wieder der Spitzenspieler, der er sein kann. Für Carsten lief es in den letzten Wochen im Einzel absolut beschissen, dennoch zeigte er jeweils auch im Schlussdoppel eine starke Vorstellung und verhalf dem Team so zu wichtigen Punkten! Wenn beide nun auch das Trainingspensum etwas steigern, lassen bestimmt auch die gewohnten Einzelsiege nicht mehr lange auf sich warten!:-)

Durch den Sieg steht die Zweite erstmals seit langer Zeit wieder auf einem Nichtabstiegsplatz .Nach der Osterpause haben die Jungs im Nachholspiel bei der Reserve des Tus Wickrath die Chance den Vorsprung auf Mülhausen auf drei Zähler zu vergrößern. Am vorletzten Spieltag geht es dann zur bereits als Absteiger feststehenden Reserve des TSV Krefeld-Bockum. Drei Punkte aus diesen beiden Spielen sollten im Normalfall zum direkten Klassenerhalt reichen!