26.09.

Ganz nüchtern betrachtet verlief der Doppelspieltag unserer ersten Mannschaft mit einer Niederlage und einem Sieg ausgeglichen. Doch bei genauerer Betrachtung stellte die Erste unter Beweis, dass sie in der aktuellen Form nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben wird und sogar mit den Spitzenmannschaften der NRW-Liga mithalten kann.

Zu diesen zählt zweifelsfrei die Reserve von Borussia Düsseldorf. Auch wenn das Team um Spitzenspieler Anton Adler ebenso wie wir erst aus der Verbandsliga aufgestiegen ist, schielen die Borussen auf den Durchmarsch in die Oberliga, um den Youngsters Guo Jiaxing, Rafael Schapiro und Takuto Teramae eine sportliche Perspektive bieten zu können. Dafür wurde das Team mit dem ehemaligen Zweitliga- und Regionalligaspieler Jonas Franzel an Position 2 und dem Franzosen Hamidou Sow an 5 verstärkt.
Dem entsprechend gingen wir trotz des guten Saisonstarts als klarer Außenseiter in die Partie in der neuen Staufenhalle, wollten uns aber so teuer wie möglich verkaufen und den Düsseldorfern einen harten Kampf liefern. Knapp 5 (!!!) Stunden später stand fest: Dies ist uns definitiv gelungen! Und trotz der äußerst bitteren 7:9-Niederlage verließen wir erhobenen Hauptes und mit der Gewissheit die Halle, dass wir uns in der aktuellen Verfassung vor keinem Team der Liga verstecken müssen.
Dies liegt insbesondere an den starken Auftritten von René und Ken im oberen Paarkreuz. Denn wie schon in den ersten Partien gelang es den beiden, die Punkteverteilung im Spitzenpaarkreuz ausgeglichen zu gestalten und uns beim Stand von 3:6 mit knappen Fünfsatzsiegen gegen Adler (von René) und Franzel (von Ken) zurück ins Match zu bringen. Zuvor hatten wir den Borussen mit zwei Doppelsiegen früh gezeigt, dass wir uns nicht kampflos geschlagen geben wollen – insbesondere der Viersatzerfolg von Ken/Janos über Adler/Franzel war nach den ersten Auftritten der beiden sehr überraschend. Auch in der ersten Einzelrunde hatten wir durchaus Chancen die Führung zu verteidigen. Doch nachdem oben beide Partien mit 1:3 weggingen, konnte lediglich Knut mit einem nachher souveränen Viersatzsieg über Schapiro ausgleichen. Leider ließ Christian parallel dazu gegen Guo große Chancen liegen, die Partie mit 3:1 für sich zu entscheiden, und unterlag unglücklich mit 2:3. Diese Phase war letztlich wohl auch der Knackpunkt des gesamten Matches. Denn auch Christoph hatte gegen Sow durchaus Siegchancen, verlor nach 10:7-Führung aber für 1,5 Sätze völlig den Faden und zog nach gewonnenem dritten Durchgang in der Verlängerung des Vierten den Kürzeren. Janos hingegen präsentierte sich gegen Teramae völlig desaströs und blieb ohne Satzgewinn, was umso ärgerlicher ist, als er in Normalform wohl (derzeit noch) etwas stärker als der talentierte Borusse sein sollte. So war es dann unserem Spitzenpaarkreuz zu verdanken, dass die Partie nicht doch ein zu schnelles und deutliches Ende nahm. Denn im mittleren Paarkreuz war Knut gegen das druckvolle und extrem sichere Spiel Guos weitgehend chancenlos und auch Christian fand gegen Angstgegner Schapiro zu spät ins Match, um die 1:3-Niederlage zu verhindern. Demnach standen Janos und Christoph bei 5:8 schon mit dem Rücken zu Wand, waren dieser Drucksituation aber mit Bravour gewachsen. Janos zeigte eine ganz andere Leistung als noch im ersten Einzel und ging mit 2:0 in Führung, bevor die Partie zwischenzeitlich völlig kippte. Christoph hingegen hatte Teramae völlig im Griff und schien seinen jungen Kontrahenten sogar bewusst etwas mitspielen zu lassen. Wie er uns nach dem Spiel verriet, dachte er tatsächlich, es handele sich um einen Ersatzmann und nicht um einen Spieler mit über 1900 Punkten…:-D Während des dritten Satzes war dann jedoch äußerst fraglich, ob seine Partie überhaupt zählen würde, denn Janos hatte in der Zwischenzeit die Sätze 3 und 4 deutlich verloren und lag auch im Fünften mit 0:4 und 2:5 hinten. Irgendwie schaffte es der Kapitän jedoch, das Ruder nochmal herumzureißen und verkürzte mit einem 11:6 auf 6:8. So hatte Christoph die Chance, uns doch noch ins Schlussdoppel zu bringen, was ihm nach verlorenem dritten Satz auch mit einem 11:8 gelang.
Nach über vier Stunden standen sich also die Paarungen Ten Hoeve/Kaltchev und Adler/Franzel gegenüber, die ihre Eingangsdoppel jeweils verloren hatten. Unseren Jungs merkte man an, dass sie das Remis unbedingt sichern wollten. Es entwickelte sich ein enges Match auf Augenhöhe, in dem die Blau-Weißen den besseren Start und bei 1:0 und 9:6 sogar die Chance zur vermeintlichen Vorentscheidung hatten. Doch die Düsseldorfer schlugen zurück, gingen mit 2:1 in Führung und hatten nach verlorenem vierten Satz auch im Fünften das Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Der Jubel bei den heimischen Zuschauern war natürlich groß, ebenso die Erleichterung bei den Spielern. Nach dem Spiel war man sich auf beiden Seiten einig, eine großartige und jederzeit faire Partie abgeliefert zu haben – so macht Tischtennis Spaß!

Bereits am Sonntag hatten wir dann die Pflicht, die sowohl physischen als auch psychischen Strapazen des Vortages zu vergessen und gegen den TSSV Bottrop erneut eine gute Leistung abzuliefern. Bei den Gästen fehlte mit Kevin Nurkowski die etatmäßige Nummer 5, dennoch erwarteten wir ein schwieriges und enges Match. Dabei war es durchaus beeindruckend, wie schnell wir die Niederlage des Vortages abgeschüttelt zu haben schienen. Denn schon in den Doppeln präsentierten wir uns hoch konzentriert und gingen mit 3:0 in Führung, wobei insbesondere Renés und Christians Fünfsatzsieg gegen Hoffmann/Surzyn, die zusammen das starke obere Paarkreuz der Gäste bildeten, überraschend war. Auch in den Einzeln wussten nahezu alle Blau-Weißen zu überzeugen und hatten zudem in den knappen Situationen oft das bessere und glücklichere Händchen. Einzig Janos tat sich wie schon am Vortag im ersten Einzel sehr schwer und musste gegen Ersatzmann Wagner zunächst mit 0:2 in Rückstand geraten, ehe er mit Kampfgeist und viel Dusel doch noch den Kopf aus der Schlinge zog. Ebenso knapp ging es bei Christian gegen Dinesh Rao zur Sache, wo unser Neuzugang zwar kaum zu seinem Spiel fand, dafür aber extrem sicher blockte und den Bottroper in fünf Sätzen niederrang. Auch René und Ken wussten erneut zu überzeugen. Gegen Spitzenspieler Hoffmann zeigten beide starke Leistungen, insbesondere René hatte bei Matchball im vierten Satz den Sieg auf dem Schläger, unterlagen jedoch jeweils mit 2:3. Doch auch die Siege gegen den langjährigen Regionalligaspieler Surzyn sind definitiv aller Ehren wert. Die restlichen Zähler holten Knut (gegen Agresti) und Christoph (gegen Paskuda) sehr souverän, sodass nach gut drei Stunden ein in dieser Höhe niemals erwarteter 9:2-Erfolg perfekt war.
Mit 6:2 Punkten rangieren wir nun tatsächlich erstmal auf dem zweiten Tabellenplatz, was wir zu Saisonbeginn kaum zu hoffen gewagt hätten. Schon am Sonntag können wir im nächsten „Spitzenspiel“ gegen Arminia Ochtrup erneut beweisen, dass wir auch den Topteams der Liga Paroli bieten können.

Die Punkte für Blau-Weiß holten:
– in Düsseldorf: Oberließen/Pigerl, Holz/Karas, Ten Hoeve, Oberließen, Holz, Pigerl, Karas
– gegen Bottrop: Ten Hoeve/Kaltchev, Oberließen/Pigerl, Holz/Karas, Ten Hoeve, Oberließen, Holz, Kalchtev, Pigerl, Karas