5.11.

Die Bezirksmeisterschaften am letzten Oktoberwochenende gingen für die insgesamt acht blau-weißen Starter mit unterschiedlichem Erfolg zu Ende.

Am Samstag waren Knut, Michael, Zbigniew und Gerd in verschiedenen Seniorenklassen unterwegs.

Knut war bei den Senioren-40 an Position 2 gesetzt und schielte damit trotz mäßiger Form auf einen Podestplatz. In der Gruppenphase wurde er seiner Favoritenstellung souverän gerecht und sicherte sich nach Siegen über Ismail Öz (TTV Falken Rheinkamp), Tihomir Schwarz (TTC Olympia Mülheim) und Maik Lehwald (TTC BW Geldern-Veert) Platz 1. Dadurch hatte er im Achtelfinale ein Freilos und die Qualifikation für die Westdeutschen Meisterschaften bereits sicher. Im Viertelfinale traf er auf Marc Matyas vom Verbandsligisten TSV Krefeld-Bockum. Dieser stellte unseren Vorsitzenden immer wieder mit seinen Vorhandschüssen vor Probleme, ging mit 1:0 und 2:1 in Führung und erspielte sich im vierten Satz bei 10:8 sogar zwei Matchbälle. Doch Knut kämpfte sich zurück, drehte den Satz und zog durch ein 11:9 im Fünften ins Halbfinale ein. Dort wartete der an 3 gesetzte Wolfgang Gerth. Der Verbandsliga-Spitzenspieler vom BSV GW Wesel-Flüren präsentierte sich in absoluter Topform und ließ Knut kaum ins Spiel kommen. Beim 3:1 war er an diesem Tag einfach eine Nummer zu groß und gewann später auch das Finale gegen Andreas Bolda (DJK Rhenania Kleve).
Auch im Doppel war stieß Knut an der Seite von Volker Arndt (MTG Horst) ins Halbfinale vor, wo erneut Wolfgang Gerth zusammen mit Michael Volkmann (TuS 08 Rheinberg) eine Nummer besser waren. Zwar hat Knut immer noch nicht das richtige Rezept gefunden, um trotz Plastikball sein sicheres Blockspiel aufziehen zu können, doch auf zwei Bronzemedaillen lässt sich definitiv aufbauen – herzlichen Glückwunsch!

Ein recht großes Fragezeichen stand hinter Michaels Chancen in der Senioren-60-Konkurrenz. Dadurch, dass er seit einiger Zeit nicht mehr am regelmäßigen Spielbetrieb teilnimmt und auch die Turnierstarts stark heruntergefahren hat, lässt seine Wettkampfpraxis etwas zu wünschen übrig und er sieht sein Leistungsvermögen sehr kritisch. Doch in Oberhausen präsentierte er sich trotzdem in ansprechender Form. In der Gruppe ließ er Norbert Siepmann von Mettmann-Sport keine Chance und zog trotz der 1:3-Niederlage gegen Mitfavorit Ralf Radtke (TSV Krefeld-Bockum) in die KO-Runde ein. Dort wartete im Achtelfinale erneut ein Mettmanner. Gegen Jochen Götte aus der Bezirksliga-Mannschaft zeigte Michael eine starke Leistung und ließ beim 3:0 nichts anbrennen. So traf er im Viertelfinale auf Karl Metten vom TV Boisheim. Auch wenn Michael in diesem Spiel einige Chancen liegen und u.a. fünf Satzbälle zum 2:2 ungenutzt ließ, um letztlich etwas unnötig mit 1:3 den Kürzeren zu ziehen, bewertet er selbst seine Leistung als „ordentlich“, was auch durch die Tatsache unterstrichen wird, dass er rückblickend nur gegen die beiden Finalisten verloren hat. Belohnt wird dieses Ergebnis durch die überraschende Nominierung zu den Westdeutschen, bei denen Michael dann hoffentlich seine ansteigende Form erneut unter Beweis stellen kann!
Im Doppel ging Michael mit Thomas Elstner vom TTC DJK Neukirchen an den Start. Beide unterlagen allerdings bereits im ersten Spiel der Paarung Metten/Gölitz recht klar mit 0:3.

Für Zbigniew war schon die Teilnahme an den Bezirksmeisterschaften definitiv ein Erfolg. Dennoch war er natürlich hochmotiviert, in der 65er-Klasse gut mitzuspielen und eventuell den ein oder anderen Favoriten zu ärgern. Dieses Vorhaben war leider nicht von Erfolg gekrönt. Gegen Klaus Backes (DJK VfL Willich), Wilfried Kolonko (Wermelskirchener TV) und den späteren Finalisten Peter Müller (TTG DJK Rheinland Hamborn), die allesamt mit über 1500 Punkten ca. 200 Zähler vor Zbigniew eingestuft sind, war dieser letztlich chancenlos und blieb jeweils ohne Satzgewinn. Diesen konnte er aber später zumindest im Doppel an der Seite von Ingo Dittmer (TuS Rheydt-Wetschewell) feiern, auch wenn die Paarung Müller/Fuchs am Ende dennoch eine Klasse zu stark war und mit 3:1 die Oberhand behielt.

Bei den Senioren-75 waren mit Gerd und Rolf-Rüdiger eigentlich sogar zwei Vereinsmitglieder im Feld vertreten. Doch Rolf, der mittlerweile für Frimmersdorf antritt, kam zu spät in Oberhausen an und durfte leider nicht mehr mitspielen. So hielt Gerd alleine die blau-weißen Fahnen hoch und überstand durch ein knappes 3:1 über Karl-Heinz Polenz (DJK Katernberg) trotz des 0:3 gegen Werner Kasper (STV Hünxe) die Gruppenphase. Im Achtelfinale entwickelte sich gegen Horst Hartwig (ESV GW Essen) erwartungsgemäß ein Spiel auf Augenhöhe. Durch ein 13:11 schaffte Gerd den 2:2-Satzausgleich und ging auch im fünften Durchgang in Führung, unterlag letztlich aber knapp mit 8:11 und verpasste so etwas unglücklich den Viertelfinaleinzug, der auch den Startplatz bei den Westdeutschen bedeutet hätte – schade!
Im Doppel startete Gerd durch Rolf-Rüdigers Ausfall an der Seite von Udo Schnütgen (TV Herbeck). Gegen Hartwig/Polenz war nach einem hart umkämpften 1:3 leider bereits in der ersten Runde Endstation.

Am Sonntag gingen dann sowohl Ken, Christian und Christoph bei den offenen Herren als auch unser Youngster Noah in der C-Schüler-Konkurrenz, die in Wuppertal stattfand, an den Start.
Noah begann bei seinen ersten Bezirksmeisterschaften verständlicherweise sehr nervös und lag im ersten Einzel gegen Tom Henseler (Borussia Düsseldorf) bereits mit 0:2 hinten, eher er sich steigern und das Spiel noch drehen konnte. Durch ein etwas zu deutliches 3:0 über Salvatore Kahric (Post SV Oberhausen) sicherte er sich im zweiten Einzel das Weiterkommen, fand aber dennoch nicht völlig zu seiner Normalform und war im Spiel um den Gruppensieg gegen Elias Addo (SV BR Forstwald) folglich chancenlos. So wartete im Achtelfinale bereits der starke Junhao Cheng von Borussia Mönchengladbach, gegen den Noah leider ebenfalls ohne Satzgewinn blieb und ausschied. Auch wenn mit einer etwas besseren Tagesform wahrscheinlich mehr drin gewesen wäre, wird Noah mit Sicherheit noch viele Chancen auf etwas erfolgreichere Bezirksmeisterschaften bekommen!

Die „Königsklasse“ der Bezirksmeisterschaften war dieses Mal deutlich schwächer besetzt als in den vergangenen Jahren. Folglich rechneten sich die drei Blau-Weißen bei guter Tagesform und etwas Losglück durchaus realistische Chancen auf den Viertelfinaleinzug und das damit verbundene Ticket zu den Westdeutschen Meisterschaften aus. Dadurch, dass die nominell schwächere Hälfte des Feldes ohne weitere Setzung den Gruppen zugelost wurde, waren diese teilweise sehr ungleich besetzt. So waren die ersten beiden Partien gegen André Skott (TTV Einigkeit Süchteln-Vorst) und Jan Kirschke (TTC Champions Düsseldorf) für Ken eher Pflichtaufgaben, die er auch souverän löste. Im letzten Gruppenspiel ging es gegen Cedric Görtz vom Oberligisten TTV Rees-Groin um den Gruppensieg und die damit verbundene gute Setzung für die Hauptrunde. Ken präsentierte sich in guter Form, hatte die Partie über weite Strecken gut im Griff, verpasste es aber zu häufig, den Sack zuzumachen. So klaute sich der Reeser die Sätze 2 und 3 und drehte auch im Entscheidungssatz ein 8:10 zum Sieg. Ken stand die Enttäuschung natürlich ins Gesicht geschrieben, hätte er gefühlt doch „mindestens vier der fünf Sätze gewinnen müssen.“ So musste er, anstatt zunächst einmal ein Freilos zu genießen, in der ersten KO-Runde gegen Johannes Kirchner von unserem NRW-Liga-Konkurrenten DJK Rhenania Kleve ran. In den ersten beiden Sätzen merkte man Ken deutlich die Nachwirkungen des letzten Gruppenspiels an. Schnell lag er mit 0:2 hinten, kämpfte sich aber zurück ins Spiel und glich aus. Der fünfte Durchgang verlief völlig ausgeglichen, doch in der entscheidenden Phase machte Ken einfach zu viele ungewohnte Fehler. Das 8:11 bedeuteten das frühe Aus. Schade, da war deutlich mehr drin!
Anders als Ken hatten Christian und Christoph schon in der Gruppenphase mehrere schwere Aufgaben zu überstehen. Unser Routinier Christoph traf im ersten Gruppenspiel auf Björn Baumann vom Verbandsligisten PSV Oberhausen. Nach anfänglichen Problemen kam er mit den unangenehmen Aufschlägen des Oberhauseners immer besser zurecht und war der aktivere Spieler. Den zweiten Durchgang drehte er nach Satzball gegen sich noch zu einem 12:10 und ließ danach nur noch wenig anbrennen. Das 3:1 und ein gelungener Start waren die Folge. Im zweiten Spiel ging es gegen Youngster Rafael Schapiro von unserem Ligakonkurrenten Borussia Düsseldorf II, der als Gruppenkopf auch die Favoritenrolle inne hatte. Doch auch hier war Christoph ab Satz 2 der spielbestimmende Mann. Mit guten Rückschlägen unterband er das druckvolle Spiel des Düsseldorfers und ging mit 2:1 in Führung. Leider wurde er in der Folge zu passiv, sodass Schapiro immer wieder mit harten ersten Topspins punkten konnte. Im Entscheidungssatz kämpfte sich Christoph nach klarem Rückstand zwar noch einmal heran, hatte letztlich aber mit 7:11 das Nachsehen, schade! Dennoch war im Kampf um die KO-Phase natürlich noch alles drin. Doch auch der letzte Gruppengegner Arja Housseini (SC Bayer 05 Uerdingen) war trotz seiner zwei Niederlagen alles andere als eine leichte Aufgabe. So lag Christoph nach drei völlig ausgeglichenen Sätzen mit 1:2 zurück, bevor er sich noch einmal steigern und die letzten beiden Durchgänge für sich entscheiden konnte. Da am Nebentisch Schapiro gegen Baumann erneut mit 3:2 die Oberhand behielt, beendete Christoph die Gruppe als Zweiter und erreiche die Hauptrunde. Hier traf er im Duell der beiden ältesten Teilnehmer auf Kurt Bartels vom TV Kupferdreh, der mit seinem stoischen Blockspiel immer noch viele Gegner zur Verzweiflung bringt. Doch Christoph bgann sehr konzentriert und ging mit 2:0 in Führung. Im Anschluss aber machte sich die anstrengende Gruppenphase bemerkbar. Christoph würde müder, spielte hektischer und musste nach zwei deutlichen Satzverlusten in den Entscheidungssatz. Diesen konnte er zunächst dominieren und hatte auch das Glück auf seiner Seite, sodass er sich beim Stand von 10:9 einen Matchball erspielte. Doch wie schon zuvor wurde unser „Leftie“ in den entscheidenden Situationen zu fahrig und unterlag noch mit 10:12 – ein sehr bitteres Ende für ein bis dato eigentlich gutes Turnier.
Noch unglücklicher verlief der Tag für Christian, der mit Tobias Feldmann (TTV Rees-Groin), Dirk Wächtler (PSV Oberhausen) und Michael Koninkx (TuS Jahn Mönchengladbach) ebenfalls eine sehr ausgeglichene Gruppe erwischt hatte. Trotz einer guten Trainingswoche war Christian sehr nervös und machte zahlreiche völlig ungewohnte Fehler. Im Auftaktmatch gegen Wächtler verlor er so die ersten beiden Durchgänge in der Verlängerung und konnte auch im Dritten keine Wende einleiten. Das 0:3 waren natürlich ein denkbar unpassender Start. So ging es im zweiten Spiel gegen Gruppenkopf Feldmann bereits im die Wurst. Christian konnte seine Nervosität zwar nur bedingt ablegen, zeigte aber eine deutliche Leistungssteigerung und bot dem Oberligaspieler über fünf Sätze Paroli. Leider fehlte ihm wie schon seinen Mannschaftskameraden im Entscheidungssatz das Quäntchen Glück – das 9:11 bedeuteten die zweite Niederlage, mit der das Ausscheiden bereits so gut wie sicher war. Folglich konnte sich Christian für die letzte Partie gegen Koninkx nicht mehr wirklich motivieren und zog auch hier mit 1:3 den Kürzeren.
Auch im Doppel lief es für unsere Jungs eher mäßig. Christian und Christoph zogen durch ein 3:1 über Viktora/Böttcher (TuS 08 Rheinberg/MTG Horst) ins Achtelfinale ein, wo Ken mit seinem Partner Jonas Franzel (Borussia Düsseldorf) aufgrund eines Freiloses erst ins Geschehen eingriff. Hier war für die blau-weiße Kombination gegen die topgesetzte späteren Siegerpaarung Uran/Freitag (SC Bayer 05 Uerdingen) nichts zu holen, während Ken und Jonas gegen Picken/Rix (TV Erkelenz/TuS Wickrath) nominell favorisiert waren. Doch irgendwie sollte es an diesem Tag einfach nicht sein – das 1:3 bedeutete das überraschend frühe Aus.
Die Bilanz der drei fällt insgesamt äußerst negativ aus. Während Christian mit seiner Leistung (und natürlich auch dem Ergebnis) überhaupt nicht zufrieden sein kann, ließen Ken und Christoph sowohl in der Gruppenphase als auch letztlich in der Hauptrunde dicke Chancen auf ein besseres Abschneiden liegen. Wer weiß, wie die Jungs abgeschnitten hätten, wenn wenigstens eine der fünf Fünfsatzpartien mit einem Sieg geendet hätte? Natürlich niemand. Daher gilt es jetzt, den Tag abzuhaken und ab November wieder in der Meisterschaft Vollgas zu geben!